“..auf den ersten Blick mag es vielleicht verwundern, dass Lutz Huelle begeistert von Dingen wie einer Chanel-Jacke reden kann. Dabei macht er ja genau das Gleiche wie einst Coco Chanel, als sie die Jacke erfand: Er erschafft neue Klassiker aus dem Vorhandenen, das Chanel-Kostüm des 21. Jahrhunderts, wenn man so will.” Hella Schneider on Lutz Huelle’s Show at Berghain, on VOGUE Germany

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Auf Einladung des Fashion Council Germany kam der deutsche Designer, der seit den 90er-Jahren in Paris lebt und arbeitet, nach Berlin, um eine Show in der Halle am Berghain zu zeigen.

Es ist immer wieder schön, wie der Zufall (oder das Schicksal – Interpretationssache) die besten Geschichten schreibt, wie er Menschen immer wieder zusammenführt – ob nun symbolisch oder real. Bei Lutz Huelle und Wolfgang Tillmans ist beides der Fall: Der Designer und der Fotograf wuchsen zusammen auf – in Remscheid, der deutschen Provinz also, eine Stunde von Düsseldorf entfernt. Es waren die späten 80er-, frühen 90er-Jahre und die beiden wollten raus, anders sein, weg von dem, was sie kannten. Zuerst war das Köln, dann ab und an Berlin, dann Paris und London. Heute sind beide in ihren Disziplinen erfolgreich, und noch viel wichtiger: Sie wollen nicht mehr nur anders sein, sie können anders sein.

Dort, wo Lutz Huelle jetzt seine Show zeigte, hängen Fotos seines guten Freundes ein Stockwerk höher: Für eine One-Off-Show in der Halle am Berghain kam der Designer, der in Paris lebt und dort einer der wenigen erfolgreichen deutschen Designer ist, nach Berlin. Tillmanns Bilder in der Panorama Bar im berühmtesten Club der Welt sind legendär. Der Fotograf konnte allerdings nicht nur zur Show kommen, er sei gerade in Johannesburg, erzählte Lutz Huelle. “Aber wir sehen uns immer, wenn ich in Berlin bin und er auch gerade da ist”.

Eine frühere mentale Wegbegleiterin war dafür bei der Show akustisch zugegen: Teil des Soundtracks war “Spellbound” von Siouxsie and the Banshees, und Lutz Huelle “liebte britische Musik”. Wo ordnete sich Lutz Huelle damals ein? “Ich wollte Post Punk sein, aber ich wollte auch New Romantic sein”, erzählte er bei einem Preview-Termin kurz vor seiner Show. “Ich wollte einfach dagegen sein. Ich wollte nie einen Status Quo akzeptieren”.

Genau diese Attitüde ist es, die seine Mode auch heute prägt. Indem er unterschiedliche Elemente zusammenfügt, erschafft er eine Art neue Kategorie an Kleidungsstücken. Man kann es das Hybrid-Prinzip nennen, aber Lutz Huelle findet, dass das ein “so hässliches Wort ist”, weil “man dann ja noch hört, dass es etwas aus zwei Stücken ist”. Ihm geht es aber darum, dass unterschiedliche Dinge selbstverständlich miteinander funktionieren -das ist sichtbar an der Unverfrorenheit, mit der seine Entwürfe entstanden zu sein scheinen. Auf den ersten Blick mag es vielleicht verwundern, dass Lutz Huelle begeistert von Dingen wie einer Chanel-Jacke reden kann. Dabei macht er ja genau das Gleiche wie einst Coco Chanel, als sie die Jacke erfand: Er erschafft neue Klassiker aus dem Vorhandenen, das Chanel-Kostüm des 21. Jahrhunderts, wenn man so will.

Fashion Council Germany Halle am Berghain 1-1.jpg

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